Die Top-Neuheiten und neuen Beiträge


Hier könnte direkt auf eine separate Seite verwiesen werden
Mit Tipps, wie man diese Seite mitgestalten kann

Die Favoriten / auch Favoriten Anderer: besonders beliebt

Hier werden die Artikel im Warenkorb angezeigt




Buchhandel in Existenz gefährdet

Großhändler KNV hat nach 185 Jahren Insolvenz angemeldet
27.02.2019 von Erik Kaminski
Marisa Sias - pixabay.com CC0 Creative Commons

Leseratten von Büchern aller Themen- und Wissensgebiete schätzen, wenn Buchtitel, die sie beim lokalen Buchhändler um die Ecke ausgesucht und bestellt haben, bereits am nächsten Tag abholbereit sind. Niemand fragt, wie ist das möglich, wie so ein Logistik- und Liefersystem funktioniert, bis es eines
Tages droht, seine Tätigkeit einzustellen, einstellen zu müssen. KNV, Koch, Neff + Volkmar, in Stuttgart Vaihingen ist als Buchgroßhändler für Verlage, als Auslieferer tätig. In Erfuhrt hat KNV
590 000 Titel von über 300 Verlagen ständig am Lager, die ihr ganzes Buchsortiment über das Unternehmen als unersetzliches Bindeglied zum bundesweiten Buchhandel vertreiben lassen..

KNV beliefert die Buchhändler über Nacht vom Lager Erfurt aus mit einem eigenen Fahrdienst, damit die von Kunden bestellten Bücher bereits am nächsten Tag abholbereit sind. Jetzt musste das Unternehmen in der 6. Generation nach 185 Jahren beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz anmelden, da ein Investor kurzfristig sein finanzielles Engagement abgesagt hat. Das Unternehmen selbst schiebt schon seit Jahren Verluste in zweistelliger Millionenhöhe vor sich her. 

Für über 1700 Mitarbeiter ein denkbar schlechter Jahresanfang, da für sie nicht absehbar ist, was mit dem Unternehmen in den nächsten drei Monaten, so lange sie noch Insolvenzgeld bekommen, passiert.

Der lokale Buchhandel stünde vor dem Aus, würde den existenziellen Todesstoß nahezu ohne jegliche Vorwarnung erhalten, wenn KNV nicht zu retten wäre. Eine ganze Branche wäre von heute auf morgen in ihrer Existenz aktiv gefährdet, sollte es nicht gelingen, den Buchgroßhändler am Leben zu erhalten. 

Den Aufwand für die lokalen Buchhändler, die täglichen Buchbestellungen an die verschiedendesten Verlage in ganz Deutschland weiterzuleiten, wäre für diese finanziell, personell und zeitlich nicht zu stemmen, dafür sind die Margen auf Bücher zu gering. Die Konsequenz: Bücher würden teurer werden, die Lieferzeiten für nicht vorrätige Titel würden sich erheblich verzögern, was die lokale Buchhandlung zum Einkauf für Bücher uninteressanter machen würde. Verlage wären vor nicht zu bewältigende Liefer- und Logistikprobleme gestellt, die sie durch eigene fehlende Lagerflächen, Logistik, Personal und Verwaltung nicht stemmen könnten, um bundesweit den Buchhandel mit Einzelexemplaren zu beliefern. Ökologisch wäre der Einzelversand von Büchern ein fataler Rückschritt, da der Verpackungs- und Lieferaufwand extrem ansteigen und die Umwelt zusätzlich erheblich belastet würde.        

Wirtschaftsexperten spekulieren, dass rückläufigen Umsätze des lokalen Buchhandels durch zunehmende Buch-Internetbestellungen der Kunden bei einer gleichbleibend hohen Kostensituation KNV die nicht gedeckten Verluste in Millionenhöhe eingebracht hat. Eine anteilige finanzielle
Beteiligung der Verlage an KNV wäre eine sich anbietende Option, um eine ganze Branche zu retten


share & mehr


Magazin-Druckerei

Machen Sie aus dem gewählten Dokument eine PDF.
So haben Sie die Möglichkeit, die interessantesten Beiträge zu speichern oder auf Ihrem Drucker auszudrucken.

Unterstützen Sie uns durch Spenden!

Möchtest Sie diese Seite finanziell unterstützen, damit wir Sie zukünftig noch schneller informieren können.


Dieses könnte Sie auch interessieren


Alle Beiträge zum Thema verbraucher & recht

Alle Beiträge zum Thema Ausgabe 2019-03