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Wer wird der Eigentümer einer geerbten Immobilie?

27.02.2019

Über ein Testament oder Erbvertrag kann der Nachlass nach eigenem Willen geregelt werden. Sollte der Erblasser für seinen Nachlass eine von der gesetzlichen Erbfolge abweichende Regelung treffen wollen, kann er das auf diesem Wege individuell entscheiden. Im Gegensatz zu einem Testament, bei dem eine handschriftliche Form in Verbindung mit der Unterschrift ausreicht, muss ein Erbvertrag zwingend von einem Notar beurkundet werden, um rechtskräftig zu sein.

In Fällen, in denen keine letztwillige Verfügung vorliegt, gilt die Erbfolge nach dem gesetzlichen Erbrecht in folgender Form:

  • Erben erster Ordnung: Kinder, Enkel und Urenkel des Erblassers
  • Erben zweiter Ordnung: Eltern des Verstorbenen und deren Kinder sowie Kindeskinder, d. h. Geschwister, Neffen und Nichten
  • Erben dritter Ordnung: Großeltern des Verstorbenen und deren Kinder sowie Kindeskinder, d.h. Tante, Onkel, Cousin, Cousine, …
  • Erben vierter Ordnung: Urgroßeltern des Verstorbenen und deren Kinder
  • Erben fünfter Ordnung und fernerer Ordnungen: entfernte Verwandte und deren Kinder

Verkaufen, vermieten oder selbst nutzen?

Wenn Sie eine Immobilie erben, sollten Sie sich zunächst über das Vermögen und existierende Schulden des Verstorbenen informieren. Neben einigen Unterlagen benötigen Sie hierfür auch Einblick in die bestehenden Konten. Mit einer Erbschaft übernehmen Sie auch mögliche Schulden (z. B. aus Immobilienkrediten) und haften dafür mit Ihrem Privatvermögen.

Für die weitere Entscheidungsgrundlage stellen Sie sich folgende Fragen:

  • In welchem Zustand befindet sich die Immobilie?
  • Sind Investitionen für Instandhaltung oder Modernisierung notwendig?
  • Was geschieht zukünftig mit Ihrer Immobilie
  • Nutzen Sie sie selbst, wollen Sie lieber vermieten oder sogar verkaufen

Neben all diesen Formalitäten und wichtigen Entscheidungen haben Sie in dieser schweren Zeit vor allem auch emotional mit dem Verlust eines geliebten Menschen zu kämpfen. Zusätzlich muss die Entscheidung über die weitere Zukunft der Immobilie in der Regel recht schnell gefällt werden, um die laufenden Kosten nicht unnötig steigen zu lassen. Sollten Sie das Erbe ausschlagen wollen, müssen Sie ebenfalls schnell sein - der Gesetzgeber räumt Ihnen für diese Entscheidung lediglich sechs Wochen ein!

Wann benötigen Sie einen Erbschein?

Der Erbschein enthält die Information, wer Erbe ist und welcher Anteil am Erbe ihm zukommt - dieses Dokument belegt also den legitimen Rechtsnachfolger des Verstorbenen. In Fällen einer Erbengemeinschaft dokumentiert der Erbschein ebenfalls, zu welchen Teilen das Erbe an die einzelnen Parteien übergeht.
Nur wenn der Erbe eine Urkunde vorlegen kann, die dokumentiert, dass er der rechtmäßige Erbe ist, dürfen Banken, Versicherungen oder das Grundbuchamt das Erbe auf den Erben umschreiben.

Achtung: Der Erbschein wird nicht, wie oftmals fälschlicherweise angenommen, automatisch beim Tod einer Person ausgestellt!
Er muss beim zuständigen Nachlassgericht beantragt werden. Der Erbschein kann dabei zu jeder Zeit beantragt werden und unterliegt keiner Frist. Wird der Erbschein beantragt, erklären sich die Erben gleichzeitig dazu bereit, das Erbe zu übernehmen und es kann damit nicht mehr abgelehnt werden.Achtung: Das gilt auch für mögliche bestehende Schulden.

Liegt ein notarielles Testament oder auch ein notarieller Erbvertrag vor, ist der Erbschein nicht unbedingt notwendig. Die endgültige Entscheidung darüber obliegt allerdings einzig im Ermessen des Grundbuchamts.


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