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Leerstand und fehlender Branchenmix

Vermieter sollten langfristig zu moderaten Kosten vermieten
28.03.2019 von Erik Kaminski
Burst - pexels.com CC0 Creative Commons

Viele Büros, Gewerberäume und Ladenflächen in attraktiven Lagen und verschiedenen Größen stehen in Feuerbach und Weilimdorf leer. Die Gründe sind vielfältig, nicht selten ist die Höhe der monatlichen Belastung durch Miete und Nebenkosten ein Grund, warum kein Mietvertrag zwischen Vermieter und möglichen Mietern zustande kommt.

Große Ladenflächen mit mehreren hundert Quadratmeter sind heute nicht mehr gefragt. Die Aufteilung der zu vermietenden Gesamtfläche in in zwei oder mehr Ladengeschäfte mit seperaten Eingängen wäre eine Lösung, um den Stadtteil durch zusätzliche Branchen attraktiver zu machen. Je breiter und vielseitiger das lokale Branchen-Angebot ist, umso interessanter ist der Einkauf im eigenen Stadtteil für die Bewohner und Gewerbetreibenden. 

Apotheken, kulinarische Freßtempel und Frisöre dicht an dich wie auf der Stuttgarter Straße in Feuerbach sind ein Beweis von Ideenlosigkeit bei der Standortwahl, die nichts mit unternehmerischem und wirtschaftlichem Denken zu tun hat. Die mehrfache Präsenz von Apotheken, fünf allein auf der Stuttgarter Straße, lässt die Frage aufkommen: Wem ist mit dieser Anzahl von Apotheken auf einer überschaubaren Straße wirklich gedient? Den Kunden sicher nicht und den Apotheken-Inhabern auch nicht. Patienten, die nur ein Rezept haben, benötigen keine fünf Apotheken, um das
Rezept einzulösen und hinsichtlich ihrer Leistungen unterscheiden sich die Apotheken auch nicht. Hinzu kommt die räumliche Nähe der Apotheken, die so dicht ist, dass sie keine Vorteile für die Patienten mit sich bringt. Unternehmerisch ist es nicht klug, sich mit mehreren eigenen Apotheken-Filialen selbst innerhalb einer Straße Konkurrenz zu machen, da sich die Gesamtzahl der einzulösenden Rezepte dadurch nicht erhöht, sondern sich nur auf die Anzahl der vorhandenen Filialen und Fremdapotheken verteilt. 

Die Ansiedlung neuer Unternehmen und Branchen wird so schwierig gestaltet, da sich nicht unbedingt in diesem Umfeld die Kunden befinden, die gesucht werden. Lokale Anbieter – wollen sie Erfolg haben – müssen mindestens den Standard von gleichwertigen Unternehmen in der Innenstadt besitzen, um wettbewerbsfähig zu sein. Die Treue zum eigenen Stadtteil gelingt nur, wenn die Branchenvielfalt und ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis angeboten werden.      

Nicht anders ist die Situation bei leerstehenden Büros: Hier
haben kleinere Unternehmen und Startup-Unternehmen kaum eine Chance, da entsprechende Angebote nur im Businessbereich mit vollausgestatteten Büros zu nicht bezahlbaren Preisen angeboten werden. Angebote an Büros ab 200 Quadratmeter und mehr sind vorhanden, aber für kleine Unternehmen und Startup-Unternehmen zu groß und eine zu hohe Kostenbelastung. 

Gerade in der Startphase eines noch jungen Unternehmens muss die Kostensituation der monatlichen Miete und Nebenkosten überschaubar gehalten werden, damit sich längerfristig junge Unternehmen erfolgreich am Markt behaupten können. Hier müsste unbedingt ein Umdenken bei Vermietern einsetzen, die sich der geänderten Nachfrage stellen und zu neuen Vermietungsformen bereit sind, damit der lokale Stadtteil seine Aufgaben auch weiterhin erfüllen kann. Lokal arbeiten, einkaufen und wohnen, ein zusätzlicher Beitrag zum Umweltschutz, der nur gelingt, wenn sich alle daran beteiligen und nicht jeder seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt. Ein bisschen mehr wir und weniger ich wäre angesagt.


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