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Wie verbindlich ist ein Angebot?

Mit einem Angebot sind Kunden auf der sicheren Seite
28.03.2019 von Moritz Clausner
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Wer sein Auto zur Inspektion oder Reparatur in eine Werkstatt bringt oder beabsichtigt, einen Handwerker zu beauftragen, möchte vor Beginn der zu vergebenden Arbeiten natürlich
wissen, was es kostet, diese auszuführen zu lassen. Welche
Arbeitsleistung und welcher Materialaufwand sind erforderlich, um die angefragten Arbeiten im Einzelfall von einem Handwerker durchführen zu lassen? Für welche Leistungen muss was bezahlt werden? Moritz Clausner von der GSW (Gewerbegemeinschaft Stuttgart West) empfiehlt in Fällen, in denen die Kosten für angefragte Arbeiten entweder unbekannt oder für Laien nicht annähernd realistisch abschätzbar sind: „Lassen Sie sich unbedingt ein Angebot bzw. einen Kostenvoranschlag
erstellen.“

„Festpreis“ ist nicht immer ein guter Preis

Die Preisangaben in einem Angebot oder Kostenvoranschlag sind nur dann verbindlich, wenn der ausführende Handwerker sie letztendlich auch garantiert. Doch hier ist Vorsicht geboten! Mitunter ist der Preis im Kostenvoranschlag so hoch angesetzt, dass der
anbietende Handwerksbetrieb diesen gut garantieren kann. Dann ist der Kunde im Nachteil.

„Wichtig ist es daher, sich für zu vergebende Arbeiten bei mehreren Handwerkern oder Werkstätten einen Kostenvoranschlag einzuholen“, so Clausner, „um ein Gefühl für Aufwand und Preis zu bekommen.“ Besonders niedrige Preise haben meistens diejenigen Leistungsanbieter, die aktuell über wenige Aufträge verfügen – was kein Nachteil sein muss. Auftragslöcher kommen in jedem handwerklichen Gewerbe vor. Die Vorteile für Kunden sind ein günstiger Preis und eine schnelle Auftragsausführung.

Unternehmen, die ihre Preise im Kostenvoranschlag sehr hoch ansetzen, sind an dem Auftrag meist nicht interessiert. Teuer ist nicht immer besser – auch dies sollte bei der Prüfung von Preis und Leistung berücksichtigt werden. Sparen kann nur, wer Aufwand, Leistung und Preis miteinander vergleicht.

„Über den Daumen gepeilt“ ist kein Kostenvoranschlag

Handwerker antworten auf die Frage, was die Erledigung der
Arbeiten denn kosten würde, meistens: „Über den Daumen
gepeilt so und so viel“, was natürlich nur eine grobe Preisangabe, aber nicht verbindlich ist. Außerdem wird sich der Meister bei der Endabrechnung nur schwer an die genannte Summe erinnern.

Kann der Handwerker nachweisen, dass seine Lieferanten ihm plötzlich deutlich mehr für das verwendete Material in Rechnung stellen, kann er diese Mehrkosten an seinen Auftraggeber, den Kunden, weitergeben. „Mit einer vereinbarten Preisbindung für Lohn- und Materialkosten bis zu einem bestimmten Datum
können Kunden unkalkulierbare Preissteigerungen ausschließen“, weiß Clausner. 

Kleine Überschreitungen müssen toleriert werden

Werden die auszuführenden Arbeiten deutlich teurer als im
Kostenvoranschlag angegeben, muss der Handwerker seinen Auftraggeber rechtzeitig darauf hinweisen. Leider ist im Gesetz nicht genau beschrieben, was eine wesentliche Verteuerung ist. Die angewendete Faustregel geht davon aus: Wenn eine angebotene Leistung mehr als 15 bis 20 Prozent teurer wird als im Kostenvoranschlag angegeben, dann handelt es sich um eine wesentliche
Überschreitung.

Ein Beispiel: Wer Arbeiten für 20.000,- Euro an seinem Eigenheim ausführen lässt, muss eine Kostensteigerung von bis zu 4.000,- Euro klaglos hinnehmen. Erst wenn der Kostenvoranschlag um diese Summe überschritten ist, kann der Kunde den Auftrag
kündigen, was aber auch keine empfehlenswerte Lösung ist. „Die
Einigung liegt im Kompromiss und ist ein gangbarer Weg für beide Seiten“, meint Clausner. Die Suche nach einem Ersatz-Handwerker ist schwierig, denn niemand möchte die angefangenen Arbeiten eines Kollegen beenden und dafür noch die Gewährleistung übernehmen – was zuweilen nicht günstiger wird.

Kosten für den Kostenvoranschlag

Einen Kostenvoranschlag zu erstellen, kann mitunter für einen Handwerker sehr aufwendig sein, insbesondere dann, wenn der in Aussicht gestellte Auftrag vom Kunden nicht erteilt wird.
Daher verlangen manche Handwerker oder Dienstleister dafür ein
Extrahonorar. „Derartige Forderungen nach einer Kostenerstattung für ein Angebot sind im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nicht vorgesehen“, „es sei denn, der potentielle Kunde hat diesen Kosten ausdrücklich zugestimmt.“

Aufträge sollten möglichst nur an lokale, bekannte Handwerker und Werkstätten erteilt werden, da hier keine oder nur sehr
geringe Anfahrtskosten anfallen. Diese können bei Aufträgen, die eine mehrtägige Erledigung erfordern, schnell ins Geld gehen, da die Anfahrtszeit auch Arbeitszeit für die Handwerker ist. Wenn beispielsweise zwei Handwerker in einem Fahrzeug zu den staubekannten Zeiten morgens und abends je eine Stunde unterwegs sind, sind dies bereits vier Arbeitsstunden, die sie im Fahrzeug
„untätig“ für den Kunden verbracht haben. Bei einem Auftrag über fünf Tage beläuft sich die nur im Fahrzeug verbrachte Zeit auf 20 Stunden reine Fahrzeit, Fahrzeugkosten extra. „Fahrtkosten extra“ ist eine sehr schwammige Formulierung. Wenn diese nicht genau in der Höhe angegeben werden, kann dies zu teuren Überraschungen führen.

„Die ausgeführten Arbeiten sollten am Ende eines jeden Tages mit einem tagesaktuellen Rapport kontrolliert und abgenommen werden“, empfiehlt Clausner, „in dem die Anzahl der Mitarbeiter und ihre geleisteten Stunden sowie das verbrauchte Material und die eigentliche Arbeitsleistung dokumentiert sind.“ Die kontrollierten Rapporte werden vom Auftraggeber unterschrieben, wobei etwaige Unstimmigkeiten auf dem Rapport sofort festgehalten werden müssen. Abgerechnet wird letztendlich nach Rapport auf der Preis- und Leistungsbasis des Angebots. Der Kunde muss eine Kopie der unterschriebenen Rapporte erhalten, damit eine spätere Rechnungsprüfung möglich ist. Bei Meinungsverschiedenheiten oder im Streitfall helfen Handwerkskammer oder Gutachter. Bei einem nicht vermeidbaren Rechtsstreit sind, je nach der Höhe des Streitwerts, Amts- oder Landgericht zuständig. 


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