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Mitschuld bei Unfall mit Fahrrad

Helm empfohlen, aber leider noch nicht Pflicht
28.03.2019 von Markus Winter
copyright Matthias Stolt - fotolia

Kommt es zu einem Unfall mit Kopfverletzungen, tragen Radler, die ohne Fahrradhelm unterwegs sind, unter Umständen eine Mitschuld – und zwar selbst dann, wenn der Unfall vornehmlich auf ein verkehrswidriges Verhalten des Unfallgegners zurückgeht. Das hat der 7. Zivilsenat des schleswig-holsteinischen Oberlandesgerichts in einem Urteil vom 5. Juni 2013 entschieden (Az. 7 U 11/12). 

Tragen eines Fahrradhelms zumutbar

Für Radfahrer bestehe zwar keine Helmpflicht, heißt es in der
Begründung, aber sie seien im täglichen Straßenverkehr einem
besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Es sei unzweifelhaft, dass ein Helm vor Kopfverletzungen schütze, auch sei die Anschaffung wirtschaftlich zumutbar. „Daher kann nach dem heutigen Erkenntnisstand grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass ein verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens beim Radfahren einen Helm tragen wird.“ Karin Roth

Im konkreten Fall fuhr die Klägerin mit ihrem Fahrrad ohne Helm auf der Straße an einem am Straßenrand parkenden Auto vorbei. Die Autofahrerin öffnete unmittelbar vor der Fahrradfahrerin die Tür. Die Radlerin konnte nicht mehr ausweichen und stürzte.
Dabei zog sie sich eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung zu. Ein Helm hätte die Schwere der Verletzungen vermutlich gemindert, weswegen das Gericht eine Mitschuld der Radfahrerin als erwiesen ansah.

Kommentar zum Urteil: 

Mitschuld bei Unfall

Prinzipiell besteht für Radfahrer keine gesetzliche Pflicht zum Tragen eines Fahrradhelmes, aber sie sind bei einem Sturz im Straßenverkehr – besonders am Kopf – einem erheblichen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Das Gericht sieht daher eine Mitschuld beim Radfahrer, wenn es zum Unfall kommt und er ohne Helm unterwegs war. Wie hoch die Mitschuld ist, die der jeweilige Radfahrer sich anrechnen lassen muss, hängt sicher vom Unfall und der Schwere der Kopfverletzungen ab, die er davonträgt. Daraus wird auch die mögliche Schadenminderung vom Gericht errechnet, wenn der Radfahrer einen Helm beim Unfall getragen hätte.

Das Angebot an Fahrradhelmen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die Helme sind äußerlich ansehnlicher und im Design formschöner mit einer verbesserten Passform, sodass für jeden Radfahrer der passende Helm zu finden ist. Ausreden gelten nicht. Ein nettes Ostergeschenk.

Übrigens ist der Preis eines geprüften Fahrradhelmes im Vergleich zur eventuellen Mitschuld bei einem Verkehrsunfall deutlich geringer, ganz abgesehen von der gesundheitlichen und körperlichen Beeinträchtigung nach einem Unfall. Wenn Eltern in Zukunft beim gemeinsamen Ferien-Fahrradausflug auch einen Fahrradhelm benutzen, wird es bei den Kindern keine Proteste mehr geben. Denn schließlich sollten die Eltern immer als gutes Vorbild vorangehen. 


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