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Die jungen Alten werden total unterschätzt

Senioren bereits ab 50 plus gesellschaftlich antiquiert
28.03.2019 von Bernhard Flemming
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Jaja, die Zeiten ändern sich, eine kluge Feststellung und Aussage. Nur leider bekommen es nicht alle Menschen, die in dieser Zeit leben, immer mit. Diesen Eindruck gewinnt, wer hört, wie über Bekannte, Freunde, Nachbarn gesprochen wird, die gerade ihr erstes graues Haar bekommen haben: Der wird jetzt auch schon alt. Bitte, das müssen wir jetzt einmal klären, wer alt ist. Wann ist man alt und in welchem Alter beginnt man alt zu werden? Der Alterungsprozess ist verschieden, so verschieden wie die Menschen. 

Ab vierzig, sagen manche Ärzte, beginnt der Körper abzubauen. Wer fünfzig ist, darf diese oder jene Krankheit schon haben. Nicht normal, wenn man sie in diesem Alter noch nicht hat. Mit fünfundfünfzig dürfen Lufthansa-Piloten in den bezahlten Ruhestand. Niemand hindert sie daran, auch bis sechzig zu fliegen. Wer vorgearbeitet hat, kann in die Altersteilzeit gehen und warten, bis er in den wohlverdienten Ruhestand gehen und Rente beziehen darf. 

Großunternehmen können es nicht erwarten, sich von Mitarbeitern in vorgerücktem Alter mit einem goldenen Handschlag, einer Abfindung zu verabschieden. Monate später holen sie genau diese Mitarbeiter als unentbehrliche Space Cowboys wegen falscher Personalpolitik und Fachkräftemangel wieder zurück.   

Bei Banken und Sparkassen ist man mit sechzig nicht mehr kreditwürdig und der Dispo-Kredit wird gestrichen, wenn die Kinder oder Enkel nicht dafür bürgen. Gleichzeitig haben Banken aber keine Skrupel, einem Siebzigjährigen noch einen Raten-Sparvertrag mit einer dreißigjährigen Laufzeit zu verkaufen.  

Die Kanzlerin wurde gerade sechzig und läuft konditionell zur Höchstform auf, um wöchentlich die Welt zu retten.

Ein Arzt darf mit achtundsechzig keine Kassenpatienten mehr behandeln. Privatpatienten dürfen gegen höheres Honorar aber weiter operiert werden. Bürgermeister und Oberbürgermeister müssen mit achtundsechzig ihren Amtssessel räumen. Unser Bundeswirtschaftsminister denkt trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung und siebzig Jahren nicht daran aufzuhören.  

Manager jenseits der Pensionsgrenze jonglieren mit Milliarden Euro als Vorstände der deutschen Wirtschaft, ohne dass jemand an ihren Fähigkeiten und ihrer Verantwortung zweifelt.  

Als Bundespräsident von Deutschland mit zweiundsiebzig und
älter kann man dieses Amt erst richtig ausfüllen, behaupten frühere Amtsinhaber. Päpste sind mit achtzig Jahren noch im Dienste des Herrn. 

Richard Lugner, einundachtzig, „Baulöwe aus Österreich“, hat dieser Tage zum fünften Mal geheiratet, seine Frau „Spazi“ ist gerade vierundzwanzig. Trotz dieses nicht unerheblichen Altersunterschieds von siebenundfünfzig Jahren sagt Lugner: „Meine Leidenschaft ist heißer noch wie Gulaschsaft.“  

Die bekannten Stars von Bühne, Fernsehen und Film scheinen sich die ewige Gesundheit und Jugend erkauft zu haben. Keine Seltenheit sind Bühnen-Jubiläen mit vierzig, fünfzig und mehr Jahren.  

Angeblich sollen Umfragen belegen, dass der Mensch mit 76 Jahren als alt gilt. Gefragt wurden sicher nicht die Sechsundsiebzigjährigen, sie würden es bestimmt anders sehen. 

Die heutigen Lebensumstände, sagen die einen, die ärztlichen Möglichkeiten und verbesserten Medikamente, sagen die anderen, sind ursächlich für eine lang anhaltende Leistungsfähigkeit, ein hohes Lebensalter. Wieder andere behaupten, es seien die Gene, die sie in sich tragen, dass sie so alt geworden sind, wie sie sind.

Was letztendlich wofür steht, lässt sich sicher nicht ergründen, in Gruppen einsortieren und katalogisieren. Jeder Mensch ist individuell, ein Unikat unabhängig vom Alter. Ein Grund mehr, warum gesellschaftlich antiquierten Vorstellungen, wer wozu gehört, wenn welches Alter erreicht ist, eine klare Absage zu erteilten ist.                                                  


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